Ein Herz für Kinder

HörzIch konnte es mir einfach nicht angucken. Die große Spendengala „Ein Herz für Kinder“ am gestrigen Abend im ZDF. Nachsagen, dass ich es (aus rein beruflichen Gründen) nicht versucht hätte, kann man mir allerdings nicht.
Reingeschaltet habe ich mehrfach. Der Klassiker unter meinen Aufregern ist dann natürlich die aufwendige Produktion und die Gaderobe der „Stars“, die sich so selbstlos engagieren, aber vermutlich mehr Geld für ihre Socken ausgegeben haben, als Familien in dritte Welt Ländern in der Woche zum Essen haben.

Bedrückte Gesichter. Geigen- und Klaviermusik. Sorgenfalten auf Stargesichtern.
Die kleine Chelsea lebt bei ihrer Großmutter in Nairobi. Rebellen haben ihre Eltern entführt … und ermordet. Chelsea wirkt verängstigt und das liegt daran, dass die letzten Monate sie traumatisiert zurücklassen.
ACH? NO SHIT?

Alles Schema F. Alles schon gesehen. Aber es klappt. Kinder, die mal Krebs hatten, bekommen kleine rosa Fahrräder. Dafür Spenden die Menschen.
Wenn Justin und Murat allerdings im Bus randalieren gucken alle weg.

In erster Linie ist es traurig, dass wir noch immer auf die gleiche Art mit der „Hilfe für Bedürftige“ umgehen wie vor 20-30 Jahren: Schreckliche TV-Bilder. Portemonaie auf. Fertig.

Geld wird immer ein Thema sein. Dem kann man sich nicht verwehren. Aber es ist nur ein Baustein für eine gerechte Welt. Geld macht Dinge möglich. Aber es sind die Menschen, die die Arbeit machen und für diese Arbeit muss man sich Zeit nehmen. Zeit ist wertvoller als Geld. Das wird sich nie ändern.

Wenn man von Investitionen spricht, assoziieren alle sofort Geldbeträge und dieses Dogma muss aufgebrochen werden. Investiert Zeit. Endlich mal.

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