Wie meine Fotos entstehen II

Im ersten Teil habe ich versucht zu schildern, wie ich meine Motive aussuche, bzw. auf was ich achte und was im Wald und am Strand meine Favoriten sind. Auch wenn ich diesen Prozess nur schwer selber steuern kann und auf den Zufall hoffe, denn in weniger als einem von tausend Fotos arrangiere ich irgendwas. Ich versuche immer das einzufangen, was wirklich da ist.

Im zweiten Teil geht es nun um die Aufnahme an sich und wo die Motive tatsächlich zu finden sind. Aber ich will ehrlich mit euch sein: Ich kann euch das wirklich nicht sagen, weil ich es selber nie weiß. Aus diesem Grund, will ich euch diesmal an einem Beispiel zeigen, was ich sehe und wie ich vorgehe.

Ich möchte euch kurz mit zurücknehmen, auf eine sonntägliche Fototour in einen nahe gelegenen Wald Anfang Februar (zu finden unter Schnellschüsse – Eiswelt). Mein persönliches Ziel war es, so unweiße Fotos wie möglich zu machen. Bei einer weißgrauen Welt, in der sogar die kleinsten Äste mit Eis überzogen waren, hielt ich das für eine angemessene Herausforderung.
Der Wald ist nicht wirklich groß und wird gelegentlich von einer Straße oder einem Golfplatz unterbrochen. Viele Wege war bereits um 10 Uhr der Neuschnee von Nordicwalkern massakriert worden und ein paar Hundbesitzer waren auch schon unterwegs gewesen. So gut es ging, nahm ich Wege, die noch nicht zu viele Fußspuren aufwiesen und gelangt irgendwann an eine Straße und einen kleinen Wall am Wegesrand.

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Dieser kleine Wall rechts im Bild ist nun wirklich nichts besonderes in einem Wald. Allerdings ist bereits auf diesem Bild eines der Motive zu sehen, das mich an diesem Morgen am meisten beeindruckt und gefesselt hat.

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Meine Canon 550D ist die häufig mit einem 55-250mm Zoomobjektiv ausgestattet,meist bis ans Maximum reingezoomt und auf die dichteste Schärfe eingestellt. So bin ich gezwungen mit meinem Körper die Schärfe selber zu justieren.
Auf einem Filmseminar an der Kieler Uni wurde mal beiläufig ein Satz gesagt, der mir als einziges von diesem Wochenende im Gedächtnis blieb: „Wenn der Kamermann Schmerzen hat … DANN ist die Einstellung gut.“ Das gilt meist auch für Fotos. Zumindest für mich.

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Alle anschließenden Fotos, beschränken sich ausschließlich auf den Bildausschnitt im roten Rahmen:

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Wenn man bedenkt, dass ich in einem vollkommen weißen Gelände unterwegs war, ist dies vermutlich kein schlechtes Ergebnis. Dieses Moos empfand ich als Jackpot.

Mit etwas zeitlichem Abstand und mit ein bisschen Nachbearbeitung am Rechner (Aber auch nicht viel mehr als ein bisschen höheren Kontrast), entfaltet sich für mich eine ganz andere Welt. Mehr Tiefsee als Winterwald. Ein anderer Planet am Wegesrand.

Gibt es irgendwas, das euch interessiert? Dann lasst es mich wissen, denn so könnte aus diesem Thema vielleicht wirklich so etwas wie eine Rubrik werden.

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